Die hausärztliche Versorgung ist in Gefahr

Am 12.06.2026 stellte Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ihre Pläne für die umstrittene Reform des Gesundheitssystems im Bundestag vor. Ihr Entwurf sieht massive Einsparungen in der Pflege, höhere Beiträge und Leistungskürzungen bei der hausärztlichen Versorgung vor.

 

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband kritisiert die Sparpläne der Gesundheitsministerin scharf und bezeichnet sie als „Zerstörungsprogramm für die Hausarztpraxen“. Anlass ist ein Maßnahmenpaket, mit dem die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um knapp 20 Milliarden Euro entlastet werden sollen. Der Verband wirft der Ministerin vor, einerseits mehr Aufgaben für Hausärzte zu verlangen, andererseits aber genau dort massiv zu sparen. Besonders widersprüchlich sei das vor dem Hintergrund des geplanten Primärversorgungssystems, bei dem Hausärzte künftig meist die erste Anlaufstelle sein sollen. Nach Ansicht des Verbandes torpediert die Bundesregierung damit ihre eigene Reformagenda.

 

Konkret kritisieren die Hausärzte vor allem zwei Punkte: die geplante Fixkostendegression in der hausarztzentrierten Versorgung und die teilweise Rücknahme der vor zwei Jahren beschlossenen Entbudgetierung. Aus Sicht des Verbands werde damit bestraft, wer mehr Patientinnen und Patienten versorgt. Zusätzlich warnt er vor steigenden Belastungen durch Personal-, Miet- und Betriebskosten, die schon jetzt viele Praxen unter Druck setzen. Die geplanten Einsparungen seien deshalb die größte Bedrohung für Hausarztpraxen seit zwei Jahrzehnten.

 

Der Verband verweist außerdem auf eine große Petition mit rund 650.000 Unterschriften für eine Stärkung der hausärztlichen Versorgung, die aus seiner Sicht ignoriert werde. Unterstützung sieht er in einer Umfrage, nach der fast 96 Prozent der Befragten die hausärztliche Versorgung für wichtig halten und eher bei Pharmaunternehmen oder Krankenkassen sparen wollen. Gleichzeitig befürchten viele Menschen weniger Zeit pro Patient, längere Wartezeiten und einen schwierigeren Zugang zu Hausarztpraxen. Der Verband will nun mit Protestaktionen und direkter Ansprache von Bundestagsabgeordneten Druck auf die Politik ausüben.

 

Machen Sie mit und unterstützen Sie Ihre Hausärztinnen und Hausärzte! Schreiben Sie Ihrem Bundestagsabgeordneten, dass Sie das Kaputtsparen Ihrer hausärztlichen Versorgung nicht akzeptieren werden.

 

Mehr Infos unter: www.hausarztpraxen-retten.de

 

Ihr Praxisteam